Ratgeber


Diätshakes im Fokus

Diätshakes im Fokus

Gewichtsverlust, der schmeckt
Die Feiertage sind vorbei und die kalte Jahreszeit neigt sich dem Ende. Mit den ersten sonnigen Tagen wandern die dicken Jacken in den Schrank. Vielleicht kommen bei Ihnen jetzt kleine Pölsterchen an Hüfte oder Bauch zum Vorschein. So genannte Formuladiäten können Ihnen beim Abspecken helfen. Hierbei ersetzen Sie komplette Mahlzeiten durch einen Diätdrink. Welche Möglichkeiten Ihnen die Produkte aus der Apotheke bieten und worauf Sie bei einer geplanten Gewichtsabnahme achten sollten.
  • Einrühren und fertig! Abnehmen kann so einfach sein

    Alle Formulaprodukte funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Ein Pulver oder Granulat wird entsprechend den Angaben des Herstellers mit Wasser oder fettarmer Milch angerührt und ist dann sofort trinkfertig. Bei manchen Produkten geben Sie noch eine kleine Menge Öl hinzu. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke vor Ort beraten, welches Produkt aus der großen Palette der Diätdrinks für Sie am besten geeignet ist.

    Diätshakes enthalten große Mengen an Eiweiß (Protein), damit sich während der Diät die Muskelmasse des Körpers nicht verringert, sondern nur die Fettreserven eingeschmolzen werden. Zusätzlich sorgen die Proteine aus Milch, Molke oder Soja für ein anhaltendes Sättigungsgefühl. Ebenfalls reglementiert ist die Menge an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sowie Fetten, die ein Diätdrink enthalten muss. Aber Achtung: Im Zuckergehalt unterscheiden sich die einzelnen Produkte deutlich voneinander. Informieren Sie sich vor dem Kauf bei Ihrem Apotheker über die genaue Zusammensetzung.

    Tipp: Verwenden Sie zum Anmischen Ihres Diätdrinks am besten einen Shaker. Auf diese Weise können Sie durch kräftiges Schütteln auch kleinste Klümpchen lösen.

    Im Folgenden finden Sie eine Auswahl von Formulaprodukten. Für Abwechslung bei Ihrer Diät sorgen verschiedene Geschmacksrichtungen. Von Vanille über Latte macchiato bis hin zu Kartoffel-Lauch-Suppe ist alles dabei.


    Almased®: nur eine Geschmacksrichtung; Zubereitung mit Wasser oder fettarmer Milch oder Sojamilch + Ölzugabe

    apoday® Slim: Geschmacksrichtungen Kartoffel-Lauch, Tomate, Latte macchiato, Beerenmix-Joghurt, Vanille, Schoko; Zubereitung mit fettarmer Milch oder Wasser

    Doppelherz® Abnehm Shake: Geschmacksrichtungen Schoko, Vanille; Zubereitung mit fettarmer Milch

    Layenberger® Fit + Feelgood Slim Pulver: Geschmacksrichtungen Rote-Beeren-Joghurt, Banane-Quark, Vanille-Sahne, Schoko-Nuss, Pfirsich-Aprikose, Kaffee-Kakao, Heidelbeer-Cassis; Zubereitung mit Wasser oder fettarmer Milch

    Slim Fast® Milchshake-Pulver: Geschmacksrichtungen Vanille, Erdbeere, Schoko, Café au Lait; Zubereitung mit fettarmer Milch

    xlim® Aktiv Mahlzeit: Geschmacksrichtungen Schoko, Vanille, Erdbeere, Bratapfel-Zimt, Tomate, Kartoffel, Champignon; Zubereitung mit fettarmer Milch oder Wasser

    Yokebe®: Geschmacksrichtungen Classic, Erdbeere, Vanille, Schoko; Zubereitung mit fettarmer Milch + Ölzugabe

    Das Ziel: weniger Kilos auf der Waage durch weniger Kalorien

    Je nach Alter und körperlicher Aktivität liegt der tägliche Kalorienbedarf bei Männern zwischen 2.300 und 3.100 Kilokalorien und bei Frauen zwischen 1.800 und 2.500 Kilokalorien. Wenn Sie eine Gewichtsreduktion planen, muss die Menge an Kalorien, die Sie täglich zu sich nehmen, deutlich verringert sein. Diätshakes bieten die Möglichkeit einer hypokalorischen Ernährung: Eine Portion eines Diätshakes enthält 200 bis 400 Kilokalorien und folgt damit der in Deutschland gültigen EU-Richtlinie für Diätprodukte. Ernähren Sie sich ausschließlich mit Diätdrinks, nehmen Sie also höchstens 1.200 Kilokalorien zu sich. Da sich Ihr Stoffwechsel auf die veränderte Ernährungsweise neu einstellt, kommt es besonders zu Beginn einer Diät zu einem merklichen Gewichtsverlust.

    Tipp: Diätdrinks sind keine Dauerlösung und die meisten Formuladiäten sind als alleinige Ernährung nur für wenige Wochen zugelassen. Stellen Sie sich bereits vor einer Diät darauf ein, dass Sie Ihr bisheriges Essverhalten verändern und bauen Sie schon am Anfang gesündere, kalorienreduzierte Rezepte sowie mehr Bewegung in Ihren Alltag ein.

    Mahlzeiten ersetzen, aber wie viele?

    Diät-Experten empfehlen, zu Diätbeginn alle drei Mahlzeiten mit einem Formulaprodukt zu ersetzen und dies maximal 12 Wochen beizubehalten. In der zweiten Phase ersetzen Sie zwei Mahlzeiten durch Diätdrinks und essen einmal täglich normal. Als Letztes ersetzen Sie nur eine Mahlzeit mit einem Shake und essen in der übrigen Zeit normal. Dies können Sie über einen längeren Zeitraum beibehalten.

    Tipp: Einige Diätprodukte sind in Form von Eiweißriegeln (zum Beispiel Optifast® Riegel) oder praktisch abgepackten Einzelportionen (zum Beispiel Slim Fast® Fertigdrink) erhältlich. Das erleichtert Ihnen die Diät im Büro und unterwegs.

    Tipps, auf was Sie beim Abnehmen mit Diätshakes achten sollten:

    • Trinken Sie mindestens 2,5 bis 3 Liter täglich, am besten Wasser oder zuckerfreie Getränke.
    • Leiden Sie an einer Unverträglichkeit zum Beispiel gegen Gluten oder Laktose? Dann lassen Sie sich in der Apotheke zu einem für Sie geeigneten Produkt beraten.
    • Zu Beginn der Diät kann es durch die Ernährungsumstellung zu leichtem Schwindel, Schwächegefühl oder Verstopfung kommen. Bei stärkeren Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Hausarzt.
    • Falls Sie den Tag außer Haus verbringen, sind Sie mit einer wassergefüllten Thermoskanne und einer Portionspackung Ihres Diätdrinks in der Tasche bestens vorbereitet.

    Erwarten Sie keine Wunder und freuen Sie sich über jeden noch so kleinen Erfolg. Diätdrinks bieten Ihnen nur eine Hilfestellung beim Abnehmen. Mindestens genauso wichtig ist aber die langfristige Umstellung hin zu einer bewussten, kalorienreduzierten Ernährung und regelmäßiger sportlicher Betätigung.

    Quelle: Ulrike Freese, Was gibt´s zu essen? PTA heute 1&2, Seite 40, 2019.


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Krämpfe: Hochspannung in den Muskeln

Krämpfe: Hochspannung in den Muskeln

Aktiv vorbeugen und selbst behandeln
Nach der Gymnastikstunde, während des Schwimmens oder nachts im Bett – fast jeder wurde schon von Muskel- oder Wadenkrämpfen überrascht. Sie treffen sportliche und unsportliche Menschen genauso wie Heranwachsende und Ältere. Was Sie tun können, damit es gar nicht erst zu Krämpfen kommt und welche Mittel Sie für die Selbstmedikation in Ihrer Apotheke erhalten.
  • Schmerzhaft, aber meist harmlos: Muskel- und Wadenkrämpfe

    Meist treten die Krämpfe unvermittelt und ohne ersichtlichen Grund auf und verschwinden genauso schnell, wie sie gekommen sind. Am häufigsten sind die Muskeln der Waden und der Fußsohlen von den Zuckungen betroffen und spätestens nach ein paar Minuten ist der Spuk wieder vorbei. Ab dem 6. Lebensjahrzehnt wird etwa die Hälfte der Menschen regelmäßig von nächtlichen Muskelkrämpfen geweckt. Im Alter häufen sich Krampfanfälle, da die Muskeln sich verkürzen und nicht ausreichend getrunken wird. Dies sorgt für Verschiebungen im Salzhaushalt des Körpers und insbesondere ein Ungleichgewicht bei den Magnesiumionen scheint das Entstehen von Krämpfen zu begünstigen.

    Tipp: Nach sportlicher Anstrengung und harter körperlicher Arbeit, die mit Schwitzen verbunden ist, sowie in der Schwangerschaft treten ebenfalls vermehrt Krämpfe auf. In vielen Fällen helfen Ihnen Dehnübungen, isotonische Getränke und Nahrungsmittel oder Präparate mit Mineralsalzen gegen die lästigen Muskelzuckungen.

    Damit Krämpfe gar nicht erst entstehen

    Das A und O im Kampf gegen Muskelkrämpfe ist eine ausgewogene Ernährung, bei der Sie ein besonderes Augenmerk auf die enthaltenen Elektrolyte legen. Magnesiumionen beeinflussen die Menge an Kalziumionen und beide sind für die Muskelaktivität von entscheidender Bedeutung. Bauen Sie aus diesem Grund vermehrt magnesiumhaltige Lebensmittel wie Bananen, Erdnüsse, Broccoli und Vollkornbrot in Ihren Speiseplan ein. Sportarten wie Wandern, Gymnastik und Walking eignen sich besonders gut für krampfanfällige Menschen, da sie alle Muskelgruppen gleichmäßig beanspruchen. Denken Sie vor jeder sportlichen Einheit an das Aufwärmen und Dehnen der Muskeln.

    Langfristig hilft ein leichtes Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining. Üben Sie zum Beispiel, auf instabilen Geräten wie Kreiseln und Wackelbrettern Balance zu halten. Warme Wickel, eine Wärmflasche und heiße Bäder entspannen die Muskulatur zusätzlich.

    Tipps, wie Sie auf einfache Art Muskelkrämpfen vorbeugen:

    • Trinken Sie mindestens 2,5 bis 3 Liter Wasser, Tee oder Saftschorle pro Tag.

    • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

    • Bewegen Sie sich täglich, aber übertreiben Sie es nicht. Sie überlasten sonst Ihre Muskeln.

    • Verteilen Sie Dehnübungen gleichmäßig über den Tag: Beugen Sie sich zum Beispiel im Stehen vor und versuchen Sie, die Fingerspitzen bis zum Boden zu bringen.

    • Schwimmen fördert einen langfristigen Muskelaufbau. Kühlen Sie sich vorher unter der Dusche ab. So vermeiden Sie Krämpfe.

    • Nach dem Sport lockert eine sanfte Massage die Muskulatur von Füßen und Waden besonders gut.

    • Ein warmes Fußbad am Abend entspannt Füße und Waden.


    Hilfe aus Ihrer Apotheke: Magnesiumpräparate

    Sowohl bei Schwangeren als auch bei älteren Menschen, die verstärkt unter Waden- und Beinkrämpfen leiden, schaffen Magnesium-Präparate erfolgreich Abhilfe. Magnesium sollte ausreichend hoch dosiert werden, wobei die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die Aufnahme von 300 mg bis 400 mg Magnesium pro Tag empfiehlt. Bei einer zu hohen Dosis kann es zu weichem Stuhl oder Durchfall kommen. Dann unterbrechen Sie die Behandlung und führen sie nach Normalisierung mit einer geringeren Dosis fort.

    Magnesium-Präparate stehen Ihnen in Form von Brausetabletten (zum Beispiel Biolectra® Magnesium 243 mg forte Brausetabletten), Dragees (zum Beispiel Magnesium Verla®) und Kapseln (zum Beispiel Magno® Sanol Kapseln, Pure Encapsulations® Magnesiumcitrat Kapseln) zur Verfügung. Für unterwegs sind Pellets praktisch, die sich auf der Zunge auflösen und ohne Wasser eingenommen werden können (zum Beispiel Biolectra® Magnesium 300 mg direct, Magnesium-Diasporal® 300 direkt, Magnetrans® direkt Granulat). Aber haben Sie Geduld: Eine positive Wirkung zeigt sich frühestens nach einigen Monaten.

    Hinweis: Falls Sie unter Herzrhythmusstörungen oder einer Nierenerkrankung leiden, lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt zu Magnesium-Präparaten beraten. Die Wirkung von verschiedenen Medikamenten, unter anderem Schilddrüsenpräparate und Antibiotika, kann durch Magnesium beeinflusst werden. Achten Sie auf einen großen zeitlichen Abstand bei der Einnahme und folgen Sie unbedingt den Empfehlungen Ihres Apothekers.

    So bringen Sie verkrampfte Muskeln wieder ins Gleichgewicht

    Trotz aller Vorsicht überrascht Sie vielleicht doch ein Krampf, während Sie gemütlich auf dem Sofa sitzen: Die Muskulatur verhärtet sich, ein stechender Schmerz fährt durch Ihr Bein. Um den Krampf zu beenden, dehnen Sie am besten die Muskulatur. Dabei kann der Muskel passiv mit der Hand massiert oder aktiv mit Übungen gestreckt werden. Das lockert die Muskulatur und löst die Verkrampfung.

    Tipp: Probieren Sie einmal die Behandlung mit einer so genannten Faszienrolle aus. Dabei handelt es sich um eine genoppte Rolle, die ihren Ursprung in der Sportmedizin hat. Ein Ausstreichen der betroffenen Muskelgruppen lockert und dehnt das Bindegewebe.

    Quelle: Janine Naß, Kampf dem Krampf, DAZ Nr. 27, Seite 40, 06. Juli 2017.


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Guter Vorsatz Rauchstopp

Guter Vorsatz Rauchstopp

Entwöhnung gut vorbereiten
Das Rauchen aufgeben – ein Klassiker unter den Neujahrsvorsätzen. Doch nur wenigen Rauchern gelingt es, den Verzicht ohne entsprechende Vorbereitung durchzuhalten. Wie man seine Chancen für eine erfolgreiche Entwöhnung verbessert, weiß Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer.
  • Gehirn fordert Belohnung

    „So gut wie jeder Raucher hat schon mal versucht, damit aufzuhören. Das fällt aber vielen schwer, weil Nikotin körperlich abhängig macht“, berichtet Benkert. Das Nikotin in den Zigaretten aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn innerhalb weniger Sekunden. Für kurze Zeit fühlt sich der Raucher wach und entspannt. Nach einiger Zeit entsteht eine körperliche Abhängigkeit: Ohne die regelmäßige Dosis Nikotin zeigen sich Entzugssymptome wie Unruhe oder Reizbarkeit. Um diesen unangenehmen Empfindungen aus dem Weg zu gehen, greifen viele Aufhörwillige wieder zur Zigarette.

    Gewohnheiten anpassen

    Um den Verzicht auf Nikotin dauerhaft durchzuhalten, rät Benkert: Vor einem geplanten Rauchstopp sollten Sie sich klar machen, welche Gewohnheiten Sie mit dem Rauchen verbinden und wie Sie diese ersetzen können. Ist das Rauchen an bestimmte Situationen gekoppelt, etwa nach dem Essen, suchen Sie am besten neue Rituale, zum Beispiel sich nach dem Essen die Zähne putzen. Ist das Verlangen nach der Zigarette an Schlüsselreize wie Kaffee gebunden, hilft es, in der ersten Zeit auf ein anderes Getränk umzusteigen. Stecken Sie sich statt einer Zigarette einen Lutscher in den Mund. Dann sind Hände und Lippen beschäftigt. Gewinnt das akute Verlangen die Überhand, helfen die drei ‚A-Tipps‘:

    • Aufschieben – etwa zehnmal tief durchatmen
    • Ausweichen, zum Beispiel den Raucherbereich im Bahnhof meiden
    • Ablenken, zum Beispiel jemanden anrufen

    Rezeptfreie Arzneimittel als Unterstützer

    Rezeptfreie Arzneimittel mit Nikotin mildern die körperlichen Entzugssymptome. Benkert weist darauf hin: „Sie sind nur für eine Übergangszeit gedacht“. Wer einen Rauchstopp plant, sollte sich diese Medikamente rechtzeitig besorgen. Je nach Rauchverhalten sind verschiedene Arzneiformen wie Kaugummis oder Pflaster geeignet. Kaugummis helfen vor allem Gelegenheitsrauchern. Nikotinpflaster eignen sich eher für Raucher, die regelmäßig über den ganzen Tag geraucht haben. „Nikotinersatzmittel alleine reichen meist nicht aus, um sich dauerhaft von der Zigarette zu verabschieden. Man muss auch seine innere Einstellung ändern“, empfiehlt Benkert abschließend.


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Wenn der Darm träge ist

Wenn der Darm träge ist

Verstopfung überwinden und behandeln
Für viele Betroffene ein Tabuthema, über das sie nur ungern sprechen: Verstopfung, medizinisch als Obstipation bezeichnet. Dabei gehört sie zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Im Folgenden lernen Sie die wichtigsten Fakten über Verstopfungsarten und ihre Ursachen kennen und erhalten hilfreiche Tipps zur Selbstbehandlung mit Arzneimitteln aus Ihrer Apotheke.
  • Chronisch oder akut, welche Art Verstopfung liegt vor?

    Endlich beginnt der verdiente Urlaub, und ausgerechnet jetzt machen sich bei Ihnen unangenehme Symptome bemerkbar: Völlegefühl, Magendrücken, seltener Stuhlgang und scheinbar ewig dauernde Toilettensitzungen. Ein wenig Erleichterung verschafft Ihnen starkes Pressen, das teilweise mit Schmerzen verbunden sein kann. Hängen Ihre Beschwerden mit ungewohntem Essen in fremden Ländern zusammen, mit Stress oder einer Ernährungsumstellung wie beispielsweise eine Fastenkur, dann leiden Sie unter einer akuten Verstopfung, die fast jeden schon einmal getroffen hat.

    Von einer chronischen Obstipation dagegen spricht man, wenn die Beschwerden seit mindestens 3 Monaten andauern und 2 oder mehr der folgenden Symptome zutreffen:

    • Starker Pressdruck: Der Darminhalt benötigt nicht nur länger für die Passage, auch die Entleerung des Darms ist erschwert.

    • Harter Stuhl: Steht zu wenig Flüssigkeit zur Verfügung, kann der Darminhalt zu fest und klumpig werden.

    • Seltener Stuhlgang: Wird der Darm seltener als 3 Mal wöchentlich entleert, ist dies ein Anzeichen für eine Verstopfung. Dies ist kein alleiniges Kriterium: Auch bei täglichem Stuhlgang, der unter großer Anstrengung erfolgt, spricht man von Verstopfung.

    • Gefühl der unvollständigen Entleerung: Betroffene klagen über den subjektiven Eindruck, dass der Darm noch nicht vollständig entleert sei.

    • Schmerzen beim Stuhlgang: In jedem Fall sollte ein Arzt schmerzhafte Stuhlgänge abklären.


    Hinweis: Bleibt eine chronische Verstopfung für längere Zeit unbehandelt, drohen neben der psychischen Belastung auch Einrisse im Afterbereich (Analfissuren) und Ausstülpungen der Darmschleimhaut, die zu Entzündungen führen können (Divertikulitis). Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arzt oder Apotheker, damit Sie nicht unter den Spätfolgen einer chronischen Verstopfung leiden.

    Mögliche Ursachen einer chronischen Obstipation

    Rund 15 Prozent der Deutschen leiden unter der chronischen Art der Verstopfung. Wahrscheinlich sind es deutlich mehr, da es vielen Menschen peinlich ist, mit dem Arzt über ihr Problem zu reden. Frauen leiden doppelt so häufig wie Männer unter einem trägen Darm. Bei Personen über 65 Jahren und bei bestehenden Grunderkrankungen kommen chronische Verstopfungen ebenfalls häufiger vor. Ein Gespräch mit Ihrem Arzt oder Apotheker grenzt mögliche Gründe ein:

    • Trinken Sie ausreichend?

    • Enthält Ihre Nahrung genügend Ballaststoffe?

    • Bewegen Sie sich regelmäßig?

    • Nehmen Sie bestimmte Medikamente ein, die zur Obstipation führen können? Hierzu gehören beispielsweise Präparate mit den Wirkstoffen Codein, Morphin, Fentanyl, Furosemid, Carbamazepin oder Haloperidol.

    Hinweis: Verstopfungen sind zum Teil eine Folge bestehender Erkrankungen wie eine Querschnittslähmung, Demenz oder die Parkinson-Krankheit. Auch Patienten mit Diabetes oder einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden unter Darmträgheit.

    Zauberworte mit „B“: Ballaststoffe und Bewegung

    Die Behandlung einer Verstopfung richtet sich nach den Ursachen. Sind Auslöser wie Krankheiten oder Medikamente bei Ihnen ausgeschlossen, dann gibt es zur Beseitigung der Verstopfung zwei Tipps, die oft helfen: Ballaststoffe und viel Bewegung.

    Ziel ist, den Darm wieder in Schwung zu bringen. Dafür braucht er natürliche Füllstoffe, nämlich aufquellende, pflanzliche Fasern. Sie machen den Stuhl weicher und voluminöser. So sorgen Ballaststoffe über einen erhöhten Druck auf die Darminnenwand für eine schnellere und regelmäßigere Entleerung des Darms. Ballaststoffe sind beispielsweise in Vollkornprodukten, Gemüse und ungeschältem Obst enthalten. Versuchen Sie doch einfach mal, Flohsamen, Leinsamen oder Weizenkleie unter Ihr Müsli zu mischen – vielleicht hat sich Ihr Problem bald erledigt.

    Der Darm muss in Bewegung gebracht werden, damit er wieder richtig arbeitet. Sport beschleunigt die Verdauung und Menschen mit Verstopfung sollten täglich etwa 10.000 Schritte anstreben. Nehmen Sie für kurze Wege nicht wie gewohnt das Auto und steigen Sie lieber Treppen, als den Lift zu benutzen.

    Tipp: Damit Pflanzenfasern aufquellen, benötigen sie eine ausreichende Menge Flüssigkeit. Betroffene sollten deshalb mindestens 2,5 Liter pro Tag trinken – am besten Wasser oder Kräutertee.

    Hilfe aus der Apotheke: Präparate zur Selbstmedikation

    Bleibt der erhoffte Erfolg trotz ballaststoffreicher Ernährung und sportlicher Betätigung aus, stehen Ihnen verschiedene Präparate zur Selbstbehandlung zur Verfügung. Zu den Arzneimitteln, die über einen erhöhten osmotischen Druck den Einstrom von Wasser ins Darmlumen fördern, gehören Präparate mit den Wirkstoffen Macrogol (zum Beispiel Movicol®, Dulcolax® M, Laxofalk®), Lactulose (zum Beispiel Bifiteral®, Lactulose Hexal®) sowie ausschließlich zur kurzfristigen Anwendung Mineralsalze (zum Beispiel F.X. Passage® SL Pulver, Glaubersalz Bombastus®).

    Präparate mit den Wirkstoffen Bisacodyl (zum Beispiel Bekunis® Dragees, Dulcolax® Dragees und Suppositorien) sowie Natriumpicosulfat (zum Beispiel Laxoberal® Tropfen, Agiolax® Pico Abführpastillen) werden durch Darmbakterien erst in ihre aktive Form überführt. Beide stimulieren die Peristaltik des Darms und ihre Anwendung sollte ein- bis zweimal pro Woche nicht überschreiten.

    Hinweis: In manchen Fällen ist ein Arztbesuch dringend erforderlich. Dazu gehören Obstipationen bei Säuglingen und Kleinkindern, bereits lange bestehende Beschwerden, Verstopfungsbeschwerden im Wechsel mit Durchfällen, Verstopfungen, die von Fieber und Übelkeit begleitet werden, Blut im Stuhl, starke Schmerzen im Bauchbereich sowie eine starke psychische Belastung. Zögern Sie nicht, Ihren behandelnden Arzt aufzusuchen, er hat sicher ein offenes Ohr für Ihr Problem.

    Quelle: Tatjana Buck, Wenn nichts mehr geht, DAZ 2017, Nr. 47, Seite 38, 23.11.2017.


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